Methoden­material

Hier finden sich Methoden und Materialien zum Download, die ich in meiner Arbeit entwickelt habe.

Praxis­beispiele - Haus­projekt

Wie funktionieren Hausprojekte konkret?
Die Praxisbeispiele sind gedacht für Menschen die in Gemeinschaft leben oder ein Gründen wollen. Jedes einzelne basiert auf einem echten Konzept, das in einem Haus wirklich angewendet wird.

Basis dafür sind Hausprojekte, die ich beruflich begleite und jene die ich selbst mitgegründet hab. Manche der Konzepte habe ich also selbst entworfen, sie sind aber absichtlich anonymisiert und abgeändert um keine Rückschlüsse auf die Häuser zuzulassen.

Dieses Dokument regelt intern wie Entscheidungen getroffen werden im Hausprojekt. Es lohnt sich ein solches Dokument zu haben um in schwierigen Prozessen und Streits eine gemeinsame Grundlage zu haben, wie Entscheidungen getroffen werden ohne auf bürgerliches Recht (z.B. Vereinssatzung) zurückzufallen–> Praxisbeispiel Hausprojekt – Entscheidungsverfahren.pdf

Für eine sinnvolle und effektive Selbstorganisation, macht es Sinn ein paar konkrete Strukturen aufzubauen. Dazu
gehört zB ein konkreter Plenumsrhythmus, Arbeitsgruppen, Kommunikationswege etc. Oft etablieren sich diese
Strukturen von ganz allein und sollten bzw müssen nicht „am Reißbrett“ geplant werden. Viele der Strukturen
und Rhythmen verändern sich auch mit den jeweiligen Projektphasen. Hier ist ein Beispiel der Strukturen, die sich in einem Hausprojekt etabliert haben.

–> Praxisbeispiel-Hausprojekt-Arbeitsstrukturen.pdf

Das Verfahren versucht, einen möglichst konsistenten und fairen Umgang mit Zuzügen zu beschreiben. Es versucht, sowohl die Bedürfnisse der Bewohner*innen zu bedenken (Sicherheit, Bedenkzeit, Vorsicht, Kapazitäten) und denen der neuen Mitbewohner*innen (Aufgeschlossenheit, Transparenz, etc) zu verbinden.–> Praxisbeispiel-Hausprojekt-Aufnahmeprozess.pdf
Dieser Leitfaden bezieht sich auf das vorrangegangene Praxisbeispiel: „Aufnahmeverfahren einer Gemeinschaft“. Dieses sieht vor, dass jede neue Person die das Verfahren durchläuft eine Buddyperson bekommt, also eine feste Bewohner*in als Ansprechperson bereit steht. Damit die Buddyperson weiß, was an welchen Stellen ihre Aufgabe ist, gibt es folgenden Buddyleitfaden, der die Aufgaben nochmal detailliert beschreibt.–> Praxisbeispiel-Hausprojekt-Buddyleitfaden.pdf
Viele Hausprojekte haben, wenn sie einen Garten haben früher oder später die Idee, dass dort ja ein Bauwagen stehen könnte um zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Vielleicht bekommen sie auch eine Anfrage und müssen sich daraufhin entscheiden. Die Praxis hat aber gezeigt, dass das oft gar nicht so einfach ist wie gedacht. Nicht nur baurechtlich, sondern auch sozial gibt es einige Stolpersteine die es zu beachten gibt.–> Praxisbeispiel-Hausprojekt-Bauwagen-Konzept.pdf

Resilienz­tipps

Warum diese Strategien?
Ich arbeite als Mediator*in oft mit selbstorganisierten Gruppen, die in Krisen geraten sind, die eigentlich vermeidbar gewesen wären. Oft wenden sich Gruppen erst dann an mich, wenn die Sachen schon im Argen sind. Dann ist es gar nicht mehr so einfach, das Ruder rum zu reißen. Dabei wäre es mit etwas Voraussicht gar nicht so schwer gewesen von vorn herein einiges besser machen. 

Dieses Dokument ist mein Versuch, über meine Person hinaus einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und einige „Lessons learned“ zu teilen, die hoffentlich anderen Gruppen helfen können, nicht dieselben Fehler zu machen.

Gruppen sind stabil und machen Spaß, wenn sie handlungsfähig sind und gemeinsam was erreichen. In meiner Erfahrung klappt das am besten, bei den Gruppen, die ein paar basic Selbstorganisationstools etabliert haben.
–> Die basics draufhaben.pdf
In meiner Erfahrung, schaffen es Gruppen oft ganz gut sich bezüglich inhaltlicher Differenzen auszutauschen, aber emotionale Spannungen, Frust oder Konflikte finden keinen expliziten Raum. Leider führt das oft dazu, dass die Konflikte / Spannungen dann unterschwellig im Raum stehen, die Stimmung drücken oder sich in ungünstigen Momenten bahnbrechen. Wenn die Gruppe keine Erfahrung hat, klein Konflikte offen und konstruktiv anzusprechen, ist es unwahrscheinlich, dass sie es mit großen Konflikten gut schafft.
–> Emotional in Kontakt sein.pdf
Konsens wie auf dem Blatt „die Basics draufhaben“ beschrieben, ist eine wichtige Methode um Selbstorganisation zu ermöglichen und gute Entscheidungen zu treffen. Durch seinen Fokus auf Schwere Bedenken und Vetos, können unstrittige Entscheidungen effizient und einstimmig getroffen werden. Doch bei kontroversen Entscheidungen, insbesondere in Konfliktsituationen kommt die Methode an ihre Grenzen. Durch schwere Bedenken oder ein Veto kann eine Entscheidung stark verzögert, oder sogar gestoppt werden. Manchmal ist das ok, aber wenn die Entscheidung zeitkritisch ist und nichts tun Schaden anrichten würde, braucht es Alternativen. In meiner Erfahrung sind Gruppen, die sich dafür eine „Fallback – Option“ bereit halten deutlich stabiler & bleiben auch in Krisen handlungsfähig.
–> Systemisch Konsensieren.pdf
In jeder Gruppe kann sich eine Situation entwickeln, wo es alleine nicht gut weiter geht … • wenn zu viel auf einmal zusammen kommt, alle an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gelangt sind und dann noch die Klausurplanung ansteht … • oder wenn sich in der Gruppe eine unangenehme Dynamik eingefahren hat, die sich bei den bisherigen Änderungsversuchen nur noch stärker verfestigt hat … • wenn ein Konflikt immer größere Kreise zieht und die Gruppe lähmt … • oder wenn vor lauter Plenumspunkten und To-do’s nie die Zeit für tiefere Reflexion der eigenen Arbeit bleibt.
–> Externe Hilfe in Anspruch nehmen.pdf
(LISTEN AUFRÄUMEN)
In Krisenzeiten kann es sich als sehr wichtig herausstellen, dass klar definiert ist, wer zu Gruppe gehört und wer nicht. Wenn eine Gruppe ihre Grenzen schwammig zieht, ehemalige Mitglieder noch auf Listen rumschwirren bzw nie richtig „verabschiedet“ wurden, kann es schnell unübersichtlich werden. In einer Streitsituation, ist es häufig sehr unangenehm, wenn ein Gruppeninterner Streit auf einer Liste oder in einer Signalgruppe geführt wird, in denen auch Ehemalige oder sonstige Unterstützer*innen mitlesen. Diese Art von (unfreiwilliger) Zeug*innenschaft sorgt für Verwirrung bei den Außenstehenden, aber auch für Scham oder Hemmungen bei den Gruppenmitgliedern, sich auf der Liste weiter zu äußern.
–> Klare Grenzen wer zur Gruppe gehört.pdf
KONFRONTATIONEN VON LISTEN KRIEGEN
In fast jeder Mediation, sprechen wir über mindestens eine Situation, wo ein Konflikt auf in einem Orgachat, einer Signalgruppe oder einer Mailingliste aufgekommen und durch unsensible Kommunikation angeheizt wurde. Das ist nicht gänzlich zu vermeiden, denn digitale Kommunikation verleitet häufig dazu, roher und weniger empathisch zu sein. Dennoch sehe ich wie resiliente Gruppen es schaffen, solche digitalen Eskalationen zu unterbrechen, bevor sie ein Flächenbrand werden
–> Wo wollen wir uns streiten.pdf

Sozialsauna - Methode

Konflikte gruppenintern klären
Die Sozial-Sauna ist eine selbstmoderierte Methode, um Konflikte in einer Gruppe aufzudecken und über mögliche Probleme zu sprechen, mit denen die Menschen zu kämpfen haben. Aber nicht nur Konflikte innerhalb des Projekts sind ein geeignetes Thema. Die Teilnehmenden können jedes soziale Problem ansprechen, das Ihr Leben beeinflusst, auch persönliche Probleme, die sie beschäftigen. Denn diese wirken sich nicht nur auf eine einzelne Person aus, sondern auch auf Ihr Verhalten, Ihre Stimmung und damit auf Andere, die mit ihr zusammenarbeiten.